Praxis-Website: Was gehört drauf? Checkliste für Arzt-, Zahnarzt- und Therapiepraxen
kurz gesagt
Patienten suchen auf einer Praxis-Website zuerst drei Dinge: Wann ist die Praxis geöffnet, wie bekomme ich einen Termin und wie komme ich hin. Diese Angaben gehören gut sichtbar nach oben, auch auf dem Handy. Danach folgen Leistungen in verständlicher Sprache, Team und Räume, eine Karriereseite und ein vollständiges Impressum mit den Angaben für Heilberufe.
Die meisten Patientinnen und Patienten sehen Ihre Website, bevor sie Ihre Praxis betreten. Oft auf dem Handy, oft zwischen zwei anderen Dingen, und meistens mit einer konkreten Frage. Ich habe für Kieferorthopäden und Therapiepraxen Websites gebaut, und die Fragen sind fast immer dieselben. Hier ist, was auf eine Praxis-Website gehört, in der Reihenfolge, in der Patienten danach suchen.
Das suchen Patienten zuerst
Sprechzeiten
Die Sprechzeiten gehören auf die Startseite, nicht auf eine Unterseite. Denken Sie auch an Urlaub, Brückentage und die Vertretung. Ein kurzer Hinweis oben auf der Seite spart Ihrem Team viele Anrufe.
Telefon und Online-Termin
Die Telefonnummer sollte sich auf dem Handy antippen lassen. Wenn Sie ein Buchungssystem nutzen, zum Beispiel Doctolib, gehört der Knopf „Termin buchen“ gut sichtbar nach oben. Viele Patienten buchen abends, wenn die Praxis geschlossen ist.
Anfahrt
Adresse, Etage, Parkplätze, Haltestellen und ob die Praxis barrierefrei erreichbar ist, etwa mit Aufzug oder ebenerdigem Eingang. Gerade ältere Patienten und Eltern mit Kinderwagen suchen genau danach.
Notfall
Wer außerhalb der Sprechzeiten auf Ihre Seite kommt, braucht einen Hinweis auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder den zahnärztlichen Notdienst in Ihrer Region.
Leistungen in der Sprache Ihrer Patienten
Erklären Sie Ihre Behandlungen so, wie Patienten danach fragen. „Unsichtbare Zahnspange“ verstehen mehr Menschen als „Aligner-Therapie“, auch wenn der Fachbegriff danach im Text auftauchen darf. Für Ihre wichtigsten Behandlungen lohnt sich jeweils eine eigene Unterseite. So finden Patienten die Antwort schneller, und Google versteht, wofür Ihre Praxis steht.
Schreiben Sie auch dazu, welche Leistungen die Krankenkasse übernimmt und welche privat bezahlt werden. Das ist eine der häufigsten Fragen am Telefon.
Team und Räume zeigen
Echte Fotos von Ihnen, Ihrem Team und Ihren Räumen nehmen Patienten die Unsicherheit, vor allem Angstpatienten und Kindern. Bilder aus Datenbanken erkennt man sofort und sie sagen nichts über Ihre Praxis aus. Ein halber Tag mit einer Fotografin reicht für Jahre.
Eine Karriereseite mit einfachem Weg zur Bewerbung
Medizinische Fachangestellte und Therapeuten werden überall gesucht. Bevor sich jemand bewirbt, schaut sie oder er sich Ihre Website an. Eine gute Karriereseite zeigt das Team, beschreibt einen normalen Arbeitstag und nennt, was Sie bieten, etwa Arbeitszeiten, Fortbildungen oder Zuschüsse. Die Bewerbung sollte so einfach wie möglich sein: ein kurzes Formular oder eine E-Mail ohne Anschreiben reicht oft.
Impressum für Heilberufe
Für Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und andere Heilberufe gelten im Impressum zusätzliche Angaben. Dazu gehören in der Regel:
- die gesetzliche Berufsbezeichnung und der Staat, in dem sie verliehen wurde,
- die zuständige Kammer, zum Beispiel die Landesärztekammer oder Landeszahnärztekammer,
- die berufsrechtlichen Regelungen, etwa die Berufsordnung, und wo sie zugänglich sind,
- bei Kassenpraxen häufig auch die zuständige Kassenärztliche oder Kassenzahnärztliche Vereinigung.
Auch Werbung hat bei Heilberufen eigene Regeln, vor allem durch das Heilmittelwerbegesetz und die Berufsordnung. Das betrifft zum Beispiel Vorher-nachher-Bilder und Versprechen zum Behandlungserfolg.
Datenschutz: Vorsicht bei Gesundheitsdaten
Gesundheitsdaten sind nach der DSGVO besonders geschützt. Fragen Sie im Kontaktformular deshalb nicht nach Beschwerden oder Diagnosen, sondern nur nach Name, Kontakt und einem Rückrufwunsch. Die Website sollte verschlüsselt laufen, erkennbar am Schloss in der Adresszeile. Eingebundene Dienste wie Karten oder Buchungssysteme gehören in die Datenschutzerklärung und laden je nach Dienst erst nach Ihrer Einwilligung.
Gefunden werden in Ihrer Stadt
Wer „Kieferorthopäde Erlangen“ oder „Physiotherapie Fürth“ sucht, sieht zuerst die Karte mit den Praxen in der Nähe. Dort erscheint Ihr Google-Unternehmensprofil. Wie Sie es richtig einrichten, erkläre ich im Artikel zum Google-Unternehmensprofil. Wichtig ist, dass Name, Adresse, Telefonnummer und Sprechzeiten dort und auf Ihrer Website genau übereinstimmen.

Beispiel: KFO Erlanger Höfe. Für die kieferorthopädische Praxis von Dr. Christoph Dippold in Erlangen habe ich nach der Praxisübernahme den ganzen Auftritt gestaltet: Logo, Website mit Online-Terminbuchung, Karriereseite mit angebundenem Bewerbungsprozess, dazu Flyer, Visitenkarten und die Schaufensterbeklebung.
kfo-erlanger-hoefe.deCheckliste zum Abhaken
Gehen Sie Ihre Website mit dieser Liste durch und haken Sie ab, was schon passt.
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Häufige Fragen
Brauche ich eine Online-Terminbuchung?
Vorgeschrieben ist sie nicht. Sie entlastet aber das Telefon, weil Patienten auch abends und am Wochenende buchen können. Wenn Sie bereits ein Buchungssystem nutzen, binde ich es ein.
Darf ich Vorher-nachher-Bilder zeigen?
Das ist im Heilmittelwerbegesetz eng geregelt. Bei operativen Schönheitseingriffen ohne medizinische Notwendigkeit sind sie zum Beispiel verboten. Klären Sie das vorher mit Ihrer Kammer oder einer Fachanwältin.
Wie oft muss eine Praxis-Website aktualisiert werden?
Immer dann, wenn sich etwas ändert: Sprechzeiten, Urlaub, Team, Leistungen. Veraltete Angaben führen zu Anrufen und verärgerten Patienten. Ändern Sie diese Angaben auch im Google-Unternehmensprofil.
Was kostet eine Praxis-Website?
Das hängt vor allem vom Umfang ab: wie viele Seiten es werden, ob Texte und Fotos neu entstehen und welche Funktionen wie eine Online-Terminbuchung dazukommen. Nach einem kurzen Gespräch bekommen Sie ein schriftliches Angebot, in dem auch steht, was die Website im Jahr nach dem Start kostet.
Wer pflegt die Website im Praxisalltag?
Das übernehme ich. Neue Sprechzeiten, Urlaub, eine neue Kollegin im Team: Sie oder Ihr Team schicken mir eine kurze Nachricht, per E-Mail, Telefon oder Sprachnachricht, und ich baue es ein. Dafür habe ich über die Jahre einen einfachen Ablauf entwickelt, damit niemand in der Praxis sich in ein System einarbeiten muss. Sie haben eine feste Ansprechpartnerin, die Ihre Praxis kennt.

